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Winterabenteuer auf leisen Sohlen

Schnee wirbelt in dicken Flocken vor meinem Gesicht. Ich kneife die Augen zusammen. Ziemlich schlechte Sicht. Zum Glück geht's schnurgerade aus. Ich stehe auf den Kufen meines Schlittens und die Hunde ziehen mich flott voran. Das andere Schlittengespann vor mir ist nicht mehr zu sehen. Entweder sind die noch schneller unterwegs als ich oder das Schneetreiben wird immer dichter.

Allein mit fünf Huskies

Allein mit fünf Huskies in der weißen Weite Lapplands! Szenen aus Abenteurer-Filmen kommen mir in den Sinn. Goldgräber am Klondike. Polarforscher in der Arktis. Roald Amundsen auf dem Weg zum Südpol.

Jeder meiner Reisegefährten ist mit einem eigenen Schlitten unterwegs. Vier Schlitten in Reihe. Ich an dritter Position. Vor einer knappen Stunde haben wir das Camp verlassen. Die Anspannung schwindet und mein Vertrauen wächst - in die Hunde, in den Schlitten und in mein Gefühl für das Kontrollieren des Gespanns. Geht doch!

 

 


Geht doch ganz easy!

Bei meiner ersten Begegnung mit Schlittenhunden vor ein paar Jahren bin ich erstaunlich schnell vom Hundeschisser zur Huskyfreundin mutiert. Meine Angst vor schnappenden Zähnen legte sich schnell, als ich beim Anlegen der Geschirre spürte, wie fabelhaft kooperativ die Huskies sind. Die wollen ja nichts anderes als laufen. Wenn die Geschirre bereitgelegt werden, wissen sie, gleich geht’s los. Ihre Vorfreude verkünden sie durch lautstarkes Heulen und Bellen. „Ich will auch! Ich auch!“, soll das wohl heißen. Sie erdulden dann sogar meine etwas unbeholfenen Handgriffe beim Versuch, ihnen das Geschirr überzuziehen: Husky zwischen die Beine, Kopf nach vorn und das Geschirr über Maul und Ohren bis auf die Brust ziehen. Dann die rechte Pfote durch die rechte Öffnung fädeln und die linke Pfote auf der linken Seite genauso. Einhaken in die Zugleine und fertig. Der nächste bitte!

Mein eigener Schlitten

Damals teilten wir uns zu zweit einen Schlitten und wechselten uns ab. Die erste Stunde saß ich vorne und Ralf mimte den Musher. Dann wurde getauscht. Heute bin ich also das erste Mal allein für einen Schlitten verantwortlich und für meine Hunde. Oliver ist der Chef im Team. Er läuft vorne links und ist elf Jahre alt. Daneben seine Tochter Bella. Sie ist wirklich eine Schönheit mit ihrem weißen Fell und den hellen Augen. Dahinter läuft Ira. Und direkt vor dem Schlitten ziehen Flink und Tobi.


Die wollen nur - laufen

Zum Glück weiß Oliver, was zu tun ist, und folgt der Spur, die unser Guide Juha mit dem ersten Schlitten gezogen hat. Erstaunlich, wie schnell die Spur diffus wird durch die fallenden Flocken! Immer schön hintereinander bleiben und Abstand halten, hatte Juha noch gesagt. Wenn du deinem Vordermann zu nah kommst, musst du bremsen, sonst werden die Hunde versuchen zu überholen. Und das kann im Wald Probleme geben. Im Moment ist aber kein Baum zu sehen weit und breit. Wir müssen auf einem See sein. Sollen sie bloß rennen! Nicht dass der Abstand zu groß wird und wir im Schneesturm die Orientierung verlieren.

Teamwork

Ah, die weiße Weite bekommt Kontur! Büsche und ein dunkler Hang werden sichtbar. Hinein in den Wald! Wir werden langsamer. Es geht bergan. Die Hunde legen sich kräftig ins Zeug. Und bleiben doch stehen. Zu steil. Oder vielmehr: zu schwer! Fünf Hunde drehen den Kopf und schauen mich an. Okey, ich soll mitlaufen. Also runter von den Kufen. Jetzt bloß nicht den Schlitten loslassen! Die Haltestange fest im Griff und schon geht’s weiter. Ein paar schnelle Schritte bergauf - mehr stapfen als laufen - und dann wieder rauf auf die Kufen. Das war ein tolles Teamwork!


Schlechte Sicht im Schneegestöber

Da kommt man richtig ins Schwitzen! Und eingeholt haben wir unsere Vorderleute inzwischen auch. Die haben den Hang wohl nicht so fix geschafft wie wir. Ab jetzt also wieder auf Abstand achten. Und ab und zu die Bremse treten, damit Oliver keine Anstalten macht, den Schlitten vor uns zu überholen.


Zeit für Mittagspause

Lagerfeuer im Schnee

Juha hebt den Arm. Zeichen für alle zum Anhalten. Mittagspause. Jetzt heißt’s „Anker werfen“. Ein mit einer Leine am Schlitten befestigter Haken wird mit etwas Abstand schön fest in den Schnee gedrückt. Die Hunde haben offenbar auch nichts gegen eine Pause. Einige legen sich gleich hin. Oliver platziert sich so, dass er alles im Blick hat. Auch die anderen Teams.

Bis ich endlich fertig getüddelt bin, alle Hunde fotografiert und noch mal getätschelt habe, hat Juha schon das Feuer angezündet und wärmt unser Essen. Wir setzen uns auf Rentierfelle dazu und gucken ins knisternde Feuer. Bald dampft der deftige Eintopf und wir lassen es uns schmecken. Wie es sich gehört, wird anschließend noch Kaffee im Kessel gekocht. Herrlich, so ein Mittagessen am Lagerfeuer im Schnee! Man darf annehmen, dass es auf den Polarexpeditionen von Amundsen und Co. nicht ganz so komfortabel zuging.


Fix mal Feuer machen


Essen ist fertig

Aber die Hunde sind genügsam. Die haben sich eingerollt und schlafen. Unter dem inzwischen gefallenen Schnee sind sie kaum noch zu sehen. Sobald wir anfangen einzupacken, werden sie wieder munter und bellen der Weiterfahrt entgegen. Und sobald wir wieder in der Spur sind und Tempo machen, herrscht Ruhe. Fünf gestreckte Körper in ihrem Element. Zwanzig Pfoten flitzen voran.


Nickerchen

Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team. Bilde ich mir zumindest ein. Bei Steigungen warte ich nicht, bis es zum Stillstand kommt, sondern ich helfe schon vorher kräftig mit. Auch das Einbremsen vor engen Kurven im Wald kann ich nun besser dosieren. Ich habe ein Gefühl dafür bekommen, was ich meinen fünf Husky-Stärken zutrauen kann und zumuten darf. Zum Schluss dürfen wir noch einmal über das weite Weiß eines verschneiten Sees pesen. Keine Hindernisse, die uns einbremsen. Yeah! Die Hunde scheinen es zu lieben. Und ich liebe es auch.


Was, schon vorbei?



Der Chef: Oliver


Bis hoffentlich bald mal wieder

 

- Birgit Bock-Schröder -

Die Autorin ist von Anfang an bei Feelgood Reisen dabei und kümmert sich ums Marketing 


Gut zu wissen für Hundeschlittentouren:

Eine Fahrt mit dem Hundeschlitten ist für viele der Höhepunkt eine Winterreise nach Nordeuropa. Bei vielen Reiseangeboten aus dem Feelgood Reisen Winter-Programm ist eine Hundeschlittenfahrt bereits im Preis enthalten - oder kann als Option dazu gebucht werden.

Allein oder zu zweit auf einem Hundeschlitten?

Die Hundeschlittentouren unterscheiden sich je nach Reise in der Dauer und auch danach, ob ein Schlitten von einer Person allein genutzt werden kann oder ob sich zwei Personen einen Schlitten teilen. Der Vorteil beim Fahren zu zweit ist ganz klar das Fotografieren! Wer alleine fährt, hat unterwegs keine Hand frei für die Kamera!

Natürlich spielen das Wetter und die Beschaffenheit des Geländes auch eine große Rolle für das Erlebnis. Die Entscheidung, wie weit und in welchem Terrain gefahren wird, entscheidet immer der Guide des Anbieters vor Ort. Eine Hundeschlittentour wird immer von einem erfahrenen Guide geleitet.

Warme Overalls werden zur Verfügung gestellt

In der Regel werden die Teilnehmer vom Anbieter vor Ort mit winddichten und warmen Schnee-Overalls ausgestattet. Stiefel, Mützen und Handschuhe können ebenfalls geliehen werden.

Sind Vorkenntnisse nötig?

Nein, auch wer sich - wie unsere Autorin - überhaupt nicht mit Hunden auskennt, lernt das Wichtigste im Umgang mit den Huskies schnell. Der Guide gibt eine gute Einführung in die Funktionsweise des Schlittens und erklärt, welche Rolle der Leithund im Gespann hat. Beim Anlegen des Zuggeschirrs kann man mitmachen, muss es aber nicht. Bei längeren, ganztägigen Husky-Touren ist es allerdings schön, wenn alle Teilnehmer mit Hand anlegen. Bei Pausen und Verpflegungsstopps gibt es immer einiges zum Ein- und Auspacken. Besonders zum Schluss bei der Rückkehr im Camp ist es nur fair, wenn man beim Ausschirren hilft, damit die Hunde auch schnell versorgt werden.


Für Nachwuchs ist gesorgt

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